Apostel René Follmann besuchte am 14. Dezember 2025 den Gemeindeverbund Velbert in Velbert-Mitte und feierte mit der Gemeinde einen ereignisreichen Gottesdienst. Dazu gehörten die Spendung der Heiligen Versiegelung, das Heilige Abendmahl für Lebende und Entschlafene, die Ruhesetzung zweier Priester sowie die Ernennung eines Vorstehervertreters für den gesamten Gemeindeverbund.
Gut besetzte Kirche
Die Kirche an der Bismarckstraße war an diesem Sonntag gut gefüllt. Die angekündigten Handlungen hatten sich im Bezirk herumgesprochen. Zahlreiche Wegbegleiter der künftigen Ruheständler wollten die Verabschiedung in den Ruhestand persönlich miterleben.
Innehalten im Gottesdienst
Apostel Follmann eröffnete seine Predigt mit dem Gedanken, dass der Gottesdienst eine „Vollbremsung aus dem Alltag“ sei – ein Innehalten, um sich mit dem Ewigen und der geistlichen Heimat zu beschäftigen.
„Er muss wachsen, ich aber abnehmen“
Im Mittelpunkt der Predigt stand Johannes 3, Vers 30. Johannes der Täufer habe den Weg für Jesus Christus bereitet und sich bewusst zurückgenommen, als er bekannte: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ Gerade in der Adventszeit erinnere dieses Wort daran, den Blick auf die Erneuerung in Christus zu richten.
Christus erwarten im Alltag
Christus zu erwarten, bedeute heute, das Miteinander von seiner Liebe bestimmen zu lassen, dem Nächsten aufmerksam zu begegnen und ihm zu dienen. Dazu gehöre auch, sich selbst zurückzunehmen und nicht den eigenen Willen, sondern Gottes Willen in den Mittelpunkt des Gebets zu stellen.
„Abnehmen“ sei jedoch keine Selbstaufgabe, betonte Apostel Follmann. Gott verlange nicht den Verzicht auf Wünsche und Interessen, sondern eine bewusste Prioritätensetzung, die zu Frieden, Freude und Harmonie mit Gott führe.
Die zentrale Botschaft des Gottesdienstes lautete: In der Adventszeit soll sich der Blick auf die persönliche Erneuerung in Christus richten.
„Letze Worte“ der scheidenden Priester
Priester Boldt griff das Bild des „Abnehmens“ auf und verglich es mit einer Diät, bei der der Jojo-Effekt droht. Im geistlichen Leben dürfe es nicht geschehen, dass Jesus in uns wieder abnimmt und das Eigene zunimmt. Wie man bei kleinen Kindern oft sagt „Ganz der Vater“ oder „Ganz die Mutter“, solle auch an uns Christus erkennbar sein.
Er stellte die Frage, ob wir das Lied „Wie fein und lieblich“ vor und nach Begegnungen in Gemeinschaft wirklich reinen Herzens singen könnten. Zum Abschluss gab er den Anwesenden die letzte Strophe dieses Liedes mit auf den Weg – als Gebet um Liebe, Eintracht und Gottes sichere Führung ins ewige Vaterland (Chorbuch 372).
Priester Holz vertiefte die beiden Schwerpunkte des Gottesdienstes „Wachsen“ und „Abnehmen“. Wachstum sei nicht allein vom Glauben an Jesus Christus abhängig, sondern auch von Sündenvergebung und Heiligem Abendmahl. Er zitierte Stammapostel Schneider aus dem Gottesdienst am vergangenen Sonntag: „Ich brauche nicht nur Vergebung, ich brauche Gnade!“
Heilige Versiegelung
Claudia (44) und Lena (13), Mutter und Tochter aus dem Standort Langenberg, hatten den Wunsch geäußert, versiegelt zu werden. Am 9. Februar 2025 wurden sie in Langenberg aufgenommen. Nun konnte ihnen der Apostel die Gabe des Heiligen Geistes spenden und hieß sie in der Gemeinschaft der Geistgetauften herzlich willkommen.
Heiliges Abendmahl für Entschlafene
Der Bezirksapostel hatte Apostel Follmann beauftragt, das Heilige Abendmahl für die Entschlafenen für die Gebietskirche zu spenden. Bezirksältester Holger Zimmermann bereitete die Gemeinde mit einleitenden Worten auf diese feierliche Sakramentsspendung vor.
Apostel Follmann vertiefte den Gedanken an das Erinnerungsmahl, das sich auch auf jene erstrecke, die in unseren Erinnerungen weiterlebten. Bezirksevangelist Roland Blome und Priester Philipp Nehring empfingen stellvertretend für die Entschlafenen das Heilige Abendmahl. Die Sakramentsspendung wurden von musikalischen Beiträgen umrahmt.
Über 75 Jahre Seelsorgeerfahrung gehen in den Ruhestand
Die Priester Michael Boldt (62) und Frank Holz (67) hatten den Apostel gebeten, in den Ruhestand treten zu dürfen. Apostel Follmann stellte fest, dass beide alle Amtsstufen vom Unterdiakon bis zum Priester durchlaufen hätten. Ihre Seelsorge beschrieb er als freudig, zuverlässig, authentisch und glaubensstark.
Priester Boldt diente beinahe 40 Jahre als Seelsorger in der Gemeinde Langenberg. Sein besonderes Augenmerk lag auf der Begleitung der Jüngsten sowie der Jugendlichen. Ab November 2020 unterstützte er zusätzlich seinen Vorsteher als Vorstehervertreter.
Priester Holz war nahezu 36 Jahre als Seelsorger in Velbert-Mitte und später in Velbert-West tätig. Seine freudige und glaubensstarke Predigt habe viele angesprochen. Zudem nahm er über Jahrzehnte hinweg zuverlässig Bezirksaufgaben wahr.
Der Apostel dankte beiden Priestern für ihren langjährigen Dienst, verabschiedete sie in den kirchlichen Ruhestand und wünschte ihnen Gesundheit, Gottes Segen und alles Gute für den neuen Lebensabschnitt. Sein Dank galt auch den Familien.
Verstärkung der Gemeindeleitung
Priester Philipp Nehring wird nach einer Beurlaubung seinen aktiven Amtsauftrag wieder aufnehmen. Der Apostel ernannte ihn zum standortübergreifenden Vorstehervertreter im gesamten Gemeindeverbund. Er wird künftig Hirte Karsten Lemke in seiner Vorsteheraufgabe unterstützen.
Nach den Amtshandlungen schloss Apostel Follmann den Gottesdienst mit Gebet und Segen. Anschließend verabschiedeten sich der Apostel, die Bezirksämter, die Ruheständler sowie der neu ernannte Vorstehervertreter am Kirchenausgang von den Gottesdienstbesuchern.
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