Zum Wochengottesdienst am 19. November 2025 feierte Apostel René Follmann mit den beiden Solinger Gemeinden den Buß- und Bettag. Zu diesem Anlass waren auch der Bezirks-Männerchor und Hörgeschädigte mit ihren Betreuern zur Kirche an der Oststraße eingeladen. Für die gehörlosen Teilnehmer wurde die Predigt simultan in Gebärdensprache übersetzt.
Als Grundlage der Predigt verwendete der Apostel das Bibelwort aus Lukas 19, Vers 10: Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Betende Hände braucht unsere Zeit
Mit diesem Lied gaben die Chorsänger den ersten Impuls, den der Apostel in der Predigt aufgriff. Nicht nur unsere Zeit braucht betende Hände, sondern jede Zeit. Denn Gebet ist immer Hinwendung zu Gott und passt daher genau zum Buß- und Bettag. Wir wollen dabei vermeiden, dass unser Beten zu einem Ritual wird. Man kann auch mal außerhalb der üblichen Zeiten die Verbindung zu Gott suchen.
Jesus ruft zur Buße auf
Der Begriff Buße hat für viele einen eher negativen Anstrich. Wenn man aber genauer hinschaut, ist Buße etwas Positives. Es ist die Umkehr vom Weg zur Sünde und die Hinwendung zu Gott. Jesus hat die Menschen immer wieder zur Buße aufgerufen, seine Liebe gilt allen, auch den verlorenen Schafen. Das hat er auch in der Begegnung mit dem Zöllner Zachäus klargemacht. Zöllner waren unter den Juden schlecht angesehen. Sie standen im Dienst der Besatzungsmacht der Römer und arbeiteten dazu häufig noch in die eigene Tasche. Jesus hat das aber nicht gehindert, Zachäus mit Namen anzusprechen und bei ihm einzukehren. Dieser tat Buße, bereute sein Fehlverhalten, machte eine Kehrtwendung und nahm sich sogar vor, das vielfältig zurückzugeben, was er unrechtmäßig genommen hatte. Damit ist er auch uns ein Vorbild bußfertigen Verhaltens.
Der Herr ruft auch uns zur Buße auf
Wir sind oft geneigt, bei anderen die Schuld zu suchen, sind wir aber ehrlich und reflektieren unser Verhalten, stellt sich heraus, wir selbst sind das Problem. Unsere Aufgabe ist, umzukehren und uns Gott mit dem Vorsatz zuzuwenden, es anders und besser zu machen, im Idealfall etwas wiedergutzumachen, so wie Zachäus. Wenden wir uns immer hin zum Herrn, nicht weil wir ein schlechtes Gewissen haben, nicht weil es uns gerade schlecht geht und wir Hilfe brauchen, auch nicht, weil wir es auf das Erbe absehen. Nein, aus Liebe zu dem, der alle Menschen liebt und auch uns persönlich ansprechen und bei uns einkehren möchte.
Priester Mai unterstrich in seinem Predigtbeitrag die Wichtigkeit des Gebetes, wie es unsere Kinder schon früh lernen und darauf aufmerksam machen, wenn noch nicht gebetet wurde.
Im Anschluss feierte die große Gemeinde das Heilige Abendmahl und der Apostel schloss den Gottesdienst mit Gebet und dreifachem Segen.
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