(7. Januar 2025) Velbert/Wuppertal. Dienstagabend wollten die Jugendlichen des Gemeindeverbundes Velbert eine alternative Jugendstunde erleben. Die Gruppenleitung hatten sich etwas einfallen lassen: Eine Entdeckungsreise in der Spielspaß-Welt Escape Stories in Wuppertal. Gruppen lösen gemeinsam ein Rätsel. Die Flucht aus Alcatraz war das ausgewählte Rätsel. Jasmin Pasold berichtet in einer lebendigen Reportage über diese Entdeckungsreise.
Am Abend des 7. Januar machten sich gegen 18.30 Uhr die Jugendlichen von verschiedenen Startpunkten aus auf den Weg, um sich zur geplanten Jugendstunde zu treffen. Ihre Informationen: Es wird etwas anders werden als sonst und eine Adresse – mehr nicht!
Die rätselhafte Location
Mit guter Laune standen sie am Treffpunkt in Wuppertal, tauschten sich über den Tag aus. Nachdem um ca. 19:15Uhr alle eingetroffen waren, betraten die Zehn das leicht mysteriös aussehende Ladenlokal ohne Aushängeschild, welches nur nach vorherigem Klingeln zugänglich war.
Hier erfuhren nun auch alle Anwesenden, worum es an diesem Abend gehen sollte – einem Rätsel. Durch einen Mitarbeiter des Geschäfts namens „Escape Stories“ wurden die vermeintlichen Regeln erklärt und zwei Teams gebildet.
Das Rätsel – ungewisse Erwartungen
Sie wurden nun mit den Worten „gleich holt euch meine Kollegin ab“ hinter den käfigartigen Gittern zurückgelassen. Aber auch als sie daraufhin feststellten, dass sie alle in einer großen Zelle saßen, schöpften sie zunächst keinen Verdacht. Erst als alle hochschreckten, weil die sogenannte „Kollegin“ in Wärteruniform mit ihrem Schlagstock ohrenbetäubend laut an die Gitterstäbe schlug und schrie: „na los, aufstehen, eine Gruppe links, eine rechts und in einer Reihe mit dem Rücken an die Wand“, kam der ein oder andere Verdacht auf. Spätestens aber als sie die Gruppen in einzelne Zellen sperrte, wurde es allen klar – dass hier war kein Spaß mehr!
Hinter Gittern in Alcatraz
Sie wurden in die Zellen des berühmt-berüchtigten Gefängnis Alcatraz geworfen. Ohne jegliche Ahnung, wie sie plötzlich nach San Francisco gekommen waren, oder warum ihnen dies alles geschah, sahen sie sich verängstigt untereinander an. Sie erfuhren, dass die Wärter gewettet hatten, dass sie es auf keinen Fall schaffen würden, aus diesen Zellen auszubrechen. Die letzten Worte, die sie hörten, waren: „Ihr habt 60 Minuten, danach schmeißen wir den Schlüssel weg und ihr seid für immer vergessen“.
Suche nach der Lösung
Die beiden Teams sahen sich in den Zellen um. Sie hatten verstanden, was ihre Aufgabe war: Rätsel lösen, ausbrechen und vor allem, eine Erklärung für all das finden. - Den Ernst der Lage erkennend, legten sie sofort los, um keine Zeit zu verlieren. Eine Stunde ist schließlich nicht sehr viel für eine solch knifflige Mission. Es wurden Hinweise gefunden, um völlig abwegig erscheinende Geheimnisse aufzudecken. Es tauchten immer wieder Fragen auf, vor allem aber eine: Warum versteckt jemand solche Mysterien in einer Gefängniszelle?
Der Weg in die Freiheit
Warum auch immer sich jemand all dies ausgedacht hat und unschuldige Personen, teilweise noch minderjährig, in diese Situation bringen ließ, hier waren sie nun. Im Nachhinein jedoch kann man sagen, schlugen sich beide Teams recht tapfer. Es musste durch kleine Türen unter der Pritsche in andere Zellen gekrochen werden. Ein im Spiegel verstecktes Rad öffnete eine Luke hinter der Toilette und legte damit einen stockfinsteren Gang frei. Licht schien nur durch ein Gitter am anderen Ende, dahinter: eine Werkstatt. Auch hier fand sich eine Absurdität nach der anderen, sie konnten es nicht fassen. Aber immerhin, sie hatten einander und waren nicht allein. Sie arbeiteten sehr gut zusammen, um das alles zu überstehen. Über eine Falltür im Boden gelangten sie in den nächsten dunklen Gang, diesmal so klein, dass man nicht stehen konnte. Auf allen Vieren bahnten sie sich den Weg durch die Dunkelheit. Als endlich Licht durch eine Art Türschlitz zu sehen war, konnten sie es nicht glauben. Sie krabbelten durch die Tür und sahen: Freiheit. Sie hatten es tatsächlich geschafft. Team eins nach 57, Team zwei nach 59 Minuten.
Lösung mit gutem Ende
Mit derart schmerzenden Knien, wie sie sie sonst nur nach einer intensiven Bet-Session kannten, entgangen sie nur haarscharf der Vergessenheit. Schnell schnappten sie sich ihre Taschen und Mäntel und verließen dieses merkwürdige Etablissement. Einmal herausgetreten stellten sie fest, sie waren nicht mehr auf der Gefängnisinsel im Pazifik, sondern in der Innenstadt des regnerischen Wuppertals. Ungläubig schauten sich die Helden um, sie verweilten noch einen Moment, um sich durch den Austausch miteinander Luft zu machen. Eines ist aber sicher, dieses Ereignis wird für sie unvergessen bleiben.
9. Januar 2025
Text:
Reiner Krempf,
Jasmin Pasold
Fotos:
Britta Amthor,
Jasmin Pasold
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