Velbert-Langenberg. Mit einem feierlichen und emotionalen Gottesdienst am Donnerstag, dem 2. Juli 2026, nahm die Gemeinde in Langenberg Abschied von ihrem Kirchengebäude am Hellerkamp 2. Apostel Follmann leitete den Gottesdienst, der im Zeichen des Dankes für die Vergangenheit und des Vertrauens auf Gottes zukünftige Führung stand. Die Bezirksleitung war durch den Bezirksältesten Holger Zimmermann und Bezirksevangelist Roland Blome vertreten.
Ein Jahrhundert gelebter Glaube
In einem historischen Rückblick erinnerte der Apostel an die Anfänge vor über 100 Jahren, als die Gemeinde ganz klein in einer Scheune begann. Am ersten Weihnachtstag 1969 – genau wie der Tag der Profanierung ein Donnerstag – fand schließlich der erste Gottesdienst in der heutigen Kirche statt. Seitdem war das Gotteshaus an mehr als 20.000 Tagen ein Ort der Begegnung, des Segens und der gelebten Gemeinschaft. Ein besonderes Detail: Das damalige Einweihungswort aus Haggai 2,9 („…und ich will Frieden geben an diesem Ort“) steht in der Bibel genau gegenüber dem aktuellen Textwort aus Zefanja 3,16.17. Für den Apostel ein deutliches Zeichen der Vollkommenheit Gottes.
„Fürchte dich nicht – lass die Hände nicht sinken“
Das Bibelwort aus Zefanja bildete den roten Faden der Predigt: „Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken!“. Apostel Follmann betonte, dass Trauer über den Verlust des Gebäudes vollkommen legitim sei, da die Kirche die Menschen geprägt habe. Dennoch dürfe die Sorge vor der Zukunft nicht blockieren. Die Hände nicht sinken zu lassen bedeute vielmehr, aktiv am Glauben und an Gottes Verheißungen festzuhalten, füreinander da zu sein und das Evangelium mutig nach außen zu tragen. Sichtbar bleibt der Glaube in Langenberg ohnehin: Seit fast 39 Jahren und auch weiterhin finden Gottesdienste im Seniorenzentrum Haus Meyberg statt.
Im Vertrauen stützen und getragen werden
Priester Plötz, der letzte aktive Amtsträger der Gemeinde, bedankte sich bei den zahlreichen Besuchern und rief dazu auf, noch mehr auf Gott zu vertrauen. Am Beispiel von Raubvögeln, die sich ohne ständiges Flügelschlagen von der Thermik tragen lassen, veranschaulichte er, wie Gott den Gläubigen Auftrieb gibt, wenn sie ihr Vertrauen ganz auf ihn setzen. Der Apostel ergänzte dieses Bild mit dem biblischen Bericht von Mose, dem im Kampf die Arme gestützt werden mussten, und ermutigte die Geschwister, sich auch in Zukunft gegenseitig Halt zu geben.
Die feierliche Profanierung (Entwidmung)
Im Anschluss an das Heilige Abendmahl, die Sündenvergebung und das Schlussgebet folgte der formelle und bewegende liturgische Akt der Entwidmung. Apostel Follmann sprach dazu die feierlichen Worte: „In dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, entwidme ich diese Stätte. Sie ist von nun an keine Wirkungsstätte des Heiligen Geistes mehr. Der Friede Gottes begleite die Gemeinde auf ihrem weiteren Weg. Amen.“
Nachdem der abschließende Segen des dreieinigen Gottes gespendet worden war, nutzte der Apostel den Moment, um allen Beteiligten zu danken, die das Gemeindeleben über Jahre hinweg mit großem Einsatz und viel Liebe getragen haben. Zum spürbaren Zeichen des Abschieds wurden schließlich die Altarbibel durch Apostel Follmann sowie die vier Abendmahlskelche durch die Priester des Gemeindeverbundes feierlich aus dem Kirchenraum herausgetragen.
Ein kompletter Predigt-Bericht kann als Datei heruntergeladen werden.
Apostel René Follmann
3. Juli 2026
Text:
Michael Boldt,
Redaktion
Fotos:
Reiner Krempf
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