Am Samstag, 13. Juni 2026, öffnete die neuapostolische Kirchengemeinde Wuppertal-Cronenberg ihre Türen für die Öffentlichkeit. Anlass war das 100-jährige Bestehen der Gemeinde. Die Nachbarschaft, Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils, Vertreter des öffentlichen Lebens sowie etliche ehemalige Gemeindemitglieder folgten der Einladung und erlebten ein abwechslungsreiches Programm.
Die Gemeindeleitung hatte für das Festwochenende das Infomobil der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland organisiert. Bereits am Freitagvormittag setzte das Fahrzeug auf dem Cronenberger Wochenmarkt ein erstes Ausrufezeichen. Am Samstag positionierte es sich direkt vor dem Kirchengebäude als einladende Anlaufstelle. Diakonin Iris Schielke stand dort als erste Ansprechpartnerin für Passanten und Interessierte zur Verfügung.
Ab 11 Uhr füllte sich das Kirchengebäude. Der Gemeindevorsteher, Priester Heinz Titzkus, und sein Vorgänger, Bezirksevangelist i. R. Ulrich Fischer, nahmen die Gäste in Empfang und boten informative Rundgänge an. Zahlreiche Gemeindemitglieder unterstützten die Aktion tatkräftig und sorgten für eine herzliche Atmosphäre.
Offizielle Glückwünsche und mediales Echo
Bereits im Vorfeld hatte die Westdeutsche Zeitung in ihrer Wuppertaler Ausgabe ausführlich über das anstehende Jubiläum berichtet. Dass die Cronenberger Gemeinde sich – wie im Zeitungsartikel angekündigt – „auf interessierte Gäste und regen Austausch“ freute, war an diesem Tag in jedem Moment spürbar.
Auch die Lokalpolitik zeigte Präsenz: Isabelle von Wenczowsky überbrachte als Vertreterin der Bezirksvertretung Cronenberg die offiziellen Glückwünsche der Stadt Wuppertal. Bezirksevangelist i. R. Ulrich Fischer und Priester Heinz Titzkus führten die Mandatsträgerin durch die Räumlichkeiten, was zu einem regen und wertschätzenden Gedankenaustausch über die Rolle der Gemeinde im Stadtteil führte.
Ein Zuhause für alle Generationen
Wie generationenübergreifend das Gemeindeleben in Cronenberg pulsiert, zeigte das bunte Rahmenprogramm. Während im Nebensaal die Kinder unter Anleitung der Lehrkräfte eifrig bastelten oder sich an einem Memory-Spiel versuchten, nutzten die Senioren und die mittlere Generation die Gelegenheit für tiefgehende Gespräche. Man erinnerte sich an die Anfänge der Gemeinde und die Zeit des Kirchenbaus. Da jede helfende Hand gebraucht wurde, packten die Jugendlichen und die jüngeren Erwachsenen an allen Ecken begeistert mit an.
Die religiöse Erziehung und die seelsorgerische Begleitung der Jugend spielen in Cronenberg eine große Rolle. In einer Zeit, in der Eltern vor neuen medialen Herausforderungen stehen, stehen die Lehrkräfte, Amtsträgerinnen und Amtsträger der Gemeinde den Familien vertrauensvoll zur Seite – angefangen bei den kindgerechten Unterrichten bis hin zur Konfirmation.
Zwischen Tradition und Moderne
Unter diesem Leitgedanken stand ein Vortrag zur Entwicklung der Neuapostolischen Kirche (NAK). Diakonin Schielke stellte hierzu die beiden Referenten vor: Priester Pierre Rinkewitz beleuchtete die NAK in ihrer heutigen Form, ihre weltweite Vision, Mission sowie die Schwerpunkte Seelsorge und Gottesdienst.
Im Anschluss übernahm Bezirksevangelist i. R. Fischer den historischen Part. Er zeichnete den Weg der Lokalgemeinde nach: Erste neuapostolische Christen versammelten sich in Cronenberg bereits ab 1896. Seit 1926 finden die Gottesdienste regelmäßig statt – damals noch in wechselnden, angemieteten Räumlichkeiten, bis das heutige Kirchengebäude bezogen werden konnte.
Schritte aufeinander zu: Ökumene in Wuppertal
Ein wichtiges Signal setzte der Vortrag von Evangelist Andreas Blomberg. Als Vorsteher der Nachbargemeinde Wuppertal-Vohwinkel vertritt er die NAK in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und Gemeinden in Wuppertal (ACKuG). Er betonte, dass sich die NAK als Teil der Kirche Christi versteht, in der alle Gläubigen durch das Band der Taufe miteinander verbunden sind.
Als sichtbares Zeichen der Gemeinschaft hatte er den ökumenischen Staffelstab mitgebracht, der von 2022 bis 2024 durch die Wuppertaler ACKuG-Gemeinden wanderte. Auch aktuelle Projekte wie der „Ökumenische Haltepunkt“ an der Wichern-Kapelle (Nordbahnstraße) kamen zur Sprache. Die theologische Basis bilde dabei das Apostolikum, zu dem sich fast alle christlichen Kirchen bekennen.
Musik, die Herzen berührt
Den krönenden Abschluss des Samstags bildete ein Konzert des gemischten Gemeindechores. Das Repertoire schlug eine Brücke von traditioneller NAK-Chorliteratur wie „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet“ (NAK-Chorbuch 191) und „Ich bete an die Macht der Liebe“ (NGB 221) zu moderneren Stücken. So erklang das beliebte Mottolied des internationalen Kirchentags 2014 in München: „Singt ein Lied von Gott“ (NGB 344).
Das Finale gestaltete sich ökumenisch: Beim gemeinsam mit allen Besuchern gesungenen „Großer Gott, wir loben dich“ (NGB 255) schloss sich der Kreis zum vorherigen Ökumene-Vortrag. Nach einer vom Publikum geforderten Zugabe endete ein harmonischer Tag.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: Neben frisch gegrillten Bratwürsten und Krakauern lockte im Kirchenschiff ein reichhaltiges Kuchen- und Tortenbuffet.
Am Sonntag fand das Festwochenende mit einem feierlichen Jubiläumsgottesdienst durch Bischof Olaf Koch seinen Höhepunkt. Darüber werden wir in einem separaten Artikel berichten.
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