Zum 100-jährigen Gemeindejubiläum durfte die Gemeinde Wuppertal-Cronenberg einen besonderen Gast begrüßen: Bischof Olaf Koch besuchte die Glaubensgeschwister zu diesem feierlichen Anlass.
Als Grundlage für den Gottesdienst diente das Bibelwort aus Nehemia 8,10b: „Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ In seiner Predigt hob der Bischof die tiefe Dankbarkeit für die vielen Liebesdienste und Aufgaben hervor, die von den Gemeindemitgliedern in den vergangenen 100 Jahren geleistet wurden. Denn genau diese Dankbarkeit ist es, die echte Freude in uns auslöst.
Wie handelst du
Um dies zu verdeutlichen, nutzte Bischof Koch ein einfaches, aber einprägsames Bild aus dem Alltag: Wer eine Bäckerei betritt und nur ein mürrisches, undeutliches „Morgen“ bekommt, empfindet eine gedrückte Stimmung. Man kauft seine Brötchen, geht wieder und fühlt sich fast so, als hätte man gestört. Wie ganz anders ist es dagegen, wenn die Verkäuferin uns mit einem herzlichen, freudigen „Guten Morgen, was kann ich für Sie tun?“ begrüßt! Man verlässt das Geschäft mit einem guten Gefühl und geht beschwingt nach Hause.
Dieses Beispiel zeigt: Die Art und Weise, wie wir etwas tun – ob mit Freude oder ohne –, verändert das gesamte Ergebnis. Das gilt für den Alltag, aber ganz besonders auch für uns als Christen. Bevor Jesus zu seinem Vater zurückkehrte, gab er seinen Jüngern und Nachfolgern einen klaren Auftrag: Geht hin in alle Welt und verkündet das Evangelium. Diese Aufgabe gilt nicht nur den Aposteln, sondern jedem von uns. Und „alle Welt“ beginnt schon direkt vor unserer eigenen Haustür.
Es liegt an uns, wie wir diese frohe Botschaft weitertragen. Natürlich wollen wir niemanden verurteilen, der mal einen schlechten Tag hat – jeder Mensch hat seine Sorgen. Doch wenn wir uns bewusst machen, dass Gott uns liebt, uns eine Zukunft schenkt und immer ein offenes Ohr für uns hat, wachsen in uns Dankbarkeit, Zuversicht und Freude. Wenn wir diese Freude ausstrahlen, kann das auch die Herzen unserer Mitmenschen für die frohe Botschaft öffnen.
Unsere Hilfe kommt vom Herrn – Er kann alles
Der Gemeindevorsteher, Priester Heinz Titzkus, griff den Gedanken des Vertrauens in seinen Ausführungen auf. Er erzählte eine liebevolle Geschichte von seinem Enkel, der Hilfe beim Bauen und Reparieren brauchte und ganz selbstverständlich sagte: „Mein Opa macht das schon!“
Dieses kindliche Vertrauen dürfen auch wir haben. Wenn wir oder unsere Nächsten Hilfe und Unterstützung brauchen, dürfen wir im Gebet zu Gott kommen. Wir wissen, woher unsere Hilfe kommt: Gott kann alles. Und wenn uns Sorgen bedrücken, schenkt uns das diesjährige Leitwort Kraft: „Fürchte dich nicht, glaube nur.“
Mit Blick auf die kommenden 100 Jahre wollen wir das ermutigende Wort des Bischofs fest im Herzen tragen: Seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke!
Glückwünsche aus der Nachbarschaft
Auch die evangelische Pfarrerin Jana Vallee von der benachbarten Gemeinde Cronenberg-Küllenhahn überbrachte herzliche Glückwünsche. Sie zeigte sich begeistert vom Chorgesang und freute sich besonders über das gemeinsame Abendmahl. In ihrem Grußwort erinnerte sie daran, dass die Mauern zwischen den Konfessionen früher zwar höher waren, die Sehnsucht nach Gott und Geborgenheit die Menschen aber schon immer verbunden hat. Heute kenne man sich viel besser. Auch wenn die Wege manchmal unterschiedlich seien, teile man das gemeinsame Ziel, Gottes Liebe im täglichen Handeln sichtbar zu machen. Das Beisammensein an diesem Tag sei ein schönes Zeichen der Verbundenheit. Pfarrerin Vallee lud dazu ein, neugierig auf die Gebete und das Bibelverständnis der jeweils anderen Gemeinde zu sein. Wichtig sei dabei, einander mit Respekt vor den Unterschieden zu begegnen – getragen von der Gewissheit, was uns eint: der Glaube an einen Gott, der alle Menschen liebt und in Christus miteinander verbindet.
16. Juni 2026
Text:
Frank Holz
Fotos:
Frank Holz
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