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Velbert-West: Silberhochzeit und Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene

 

Am 27. Oktober 2024 feierte Priester Andreas Amthor mit seiner Frau Britta in Velbert-West ihr 25-jähriges Ehejubiläum, zu dem sie im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes den Segen erhielten. Umgeben von Familie, Freunden und zahlreichen Gästen sowie der eingeladenen Gemeinde aus Velbert-Langenberg, war es ein besonderer Moment für das Ehepaar, das gemeinsam auf ein Vierteljahrhundert Ehe zurückblicken konnte.

Priester Uwe Nussbaum, der inzwischen als Vorsteher der Gemeinde Heiligenhaus tätig ist, wurde vom Silberhochzeitspaar Andreas und Britta Amthor gebeten, ihnen den Segen zum 25-jährigen Ehejubiläum zu spenden. Die besondere Bitte zeigt die enge Verbundenheit des Ehepaars mit Priester Nussbaum, mit dem sie eine lange gemeinsame Zeit in der Gemeinde Velbert-West verbindet.

Euer Licht leuchten lassen

Priester Nussbaum begann seine Predigt mit einem Verweis auf das Bibelwort aus Matthäus 5,16: „So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Diesem Aufruf folgend, erinnerte er die Gemeinde daran, dass Jesus Christus den Menschen das Licht gebracht hat. Jesus vermittelte damals ein Bild Gottes, das völlig anders war: Es war ein Bild der Liebe, Güte und Barmherzigkeit, losgelöst von einem strengen Fokus auf Gesetze und Strafen.

Durch seine Botschaft und sein Leben zeigte Jesus den Weg zur Erlösung und rief die Menschen dazu auf, das Böse zu überwinden und ihm nachzufolgen. „Er hat diesen Weg des Heils nicht nur den Lebenden, sondern auch den Toten gezeigt,“ erinnerte Priester Nussbaum, indem er die Worte des Stammapostels aus einem vergangenen Gottesdienst aufgriff. Wer Jesus nachfolgt, nimmt das „Licht des Lebens“ in sich auf und wird selbst zu einem Träger dieses Lichts. Christus fordert seine Jünger dazu auf, dieses Licht in die Welt hinauszutragen.

Priester Reiner Krempf nahm in seinem Predigtbeitrag die Gedanken des Stammapostels auf und bezog das Bild des Leuchtens auf das Silberpaar. Er erinnerte an das Wort aus dem Markusevangelium (4,21), in dem es heißt, dass man das Licht nicht unter den Scheffel stellen soll. Das Silberpaar habe sein Licht stets in der Gemeinde leuchten lassen und sei so ein lebendiges Beispiel für diese Aufforderung geworden. Ihr Verhalten sei glaubwürdig, weil bei ihnen Reden und Handeln im Einklang standen. Diese Authentizität habe ihnen die Wertschätzung und Dankbarkeit der Gemeinde eingebracht.

Ansprache an das Silberhochzeitspaar und Segensspendung

Nach der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahls richtete sich die Aufmerksamkeit der Gemeinde ganz auf das Silberpaar, Andreas und Britta Amthor. Priester Nussbaum, der das Paar seit vielen Jahren begleitet, nahm sich Zeit, ihre gemeinsame Lebensreise zu würdigen. Aus seiner persönlichen Verbundenheit schöpfend, sprach er bewegende Worte und brachte den Dank für das Leben und die Liebe, die das Paar teilt, zum Ausdruck.

Für das Silberpaar hatte Priester Nussbaum ein besonderes Bibelwort erbeten: „Er erhebt die Seele und macht das Angesicht fröhlich, gibt Gesundheit, Leben und Segen.“ (Sirach 34,17). Diese Worte sollten symbolisieren, wie sehr Andreas und Britta Amthor in ihrem Glauben gestärkt wurden und welchen Segen sie in ihrem Leben erfahren durften. Priester Nussbaum betonte, dass das Ehepaar Amthor ein lebendiges Zeugnis dafür sei, was geschieht, wenn man sich fest im Glauben an Gott orientiert: Die Seele wird erhoben, das Angesicht fröhlich, und es wird Gesundheit, Leben und Segen geschenkt.

Ein besonderes Geschenk der Liebe und des Glaubens ist ihre Tochter, heute 15 Jahre alt. Das Paar empfindet sie als ein wahres Wunder, denn zunächst sah es nicht danach aus, dass sie Eltern werden könnten.

Priester Nussbaum nutzte weitere Worte aus Sirach, um das Ehepaar Amthor zu ehren und ihre gemeinsame Reise durch das Leben und die Welt zu würdigen. Er zitierte die Verse 9-11: „Wer viel herumgekommen ist, versteht viel, und wer viel erfahren hat, kann verständig erzählen. Wer nicht erfahren ist, versteht wenig; wer aber weit herumgekommen ist, ist voller Klugheit. Vieles habe ich gesehen auf meinen Reisen, und ich weiß mehr, als ich sagen kann.“ Diese Worte schienen wie geschaffen für das „abenteuerlustige“ Paar, das in seiner Ehe viele Länder bereist und den großen Jakobsweg beschritten hat. Ihr reicher Erfahrungsschatz, so Priester Nussbaum, ist spürbar, und es sei ihnen gelungen, diese Erlebnisse in Weisheit und innerer Reife zu verwandeln.

Er wies darauf hin, dass die Klugheit, die sie durch ihre Reisen erworben haben, sich nicht nur in Wissen ausdrückt, sondern auch in ihrem Bemühen, in jeder Situation das Richtige zu tun – im Einklang mit Gott und ihrem Glauben. Ihr Leben sei ein Vorbild dafür, wie man sowohl weltliche Erfahrungen sammelt als auch den Glauben bewahrt und vertieft.

Auf die Frage nach dem „weiter so“ brauchte das Paar nicht ausdrücklich „Ja“ zu sagen, denn ihre Entscheidung, erneut um Gottes Segen zum Ehejubiläum zu bitten, sprach für sich.

Der Gottesdienst endete schließlich nach der Segenshandlung mit einem Gebet und dem dreifachen Segen

Überraschung und anschließender Brunch

Andreas Amthor hatte an diesem besonderen Tag eine Überraschung parat: In seiner Ansprache erinnerte er an seine erste Begegnung mit Britta in einem Duisburger Vorlesungssaal, wo ihre gemeinsame Geschichte ihren Anfang nahm. Damals spielte er ein Lied von Udo Jürgens auf einem dort stehenden Klavier, ein Moment, der offensichtlich Britta berührte und ihre Herzen einander näherbrachte.

Um diese Erinnerung erneut aufleben zu lassen, hatte Andreas auch für diesen Anlass eine Hommage vorbereitet: Eine Tonaufnahme eines Jürgens-Liedes, das er einfühlsam am Klavier begleitete. Während er spielte, breitete sich eine besondere, innige Stille im Raum aus, in der die Gäste spürten, wie viel diese Erinnerung für das Paar bedeutet. Der Vortrag endete mit tosendem Applaus, ein Gänsehautmoment für alle Anwesenden.

Anschließend lud die Familie alle Gäste zu einem Brunch ein. Gemeinsam hatten sie ein vielseitiges Buffet vorbereitet, das keine Wünsche offenließ. Es war ein geselliger Ausklang dieses besonderen Moments, bei dem die Gäste das Zusammensein und die herzliche Atmosphäre in vollen Zügen genossen.

28. Oktober 2024
Text: Reiner Krempf
Fotos: Reiner Krempf

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