(3. Mai 2022) Velbert-West. Die Partnerschaft Christlicher Kirchen Velbert (PCK) hatte für die erste Mai-Woche Vorträge zur "Woche für das Leben" mit dem Thema "Leben mit Demenz" organisiert. Mit Frau Michaela vom Hoff, Dozentin im Gesundheitswesen aus Mettmann, konnte man eine kompetente Referentin für diese Vorträge gewinnen. Der erste Vortrag fand an diesem Abend in der Neuapostolischen Kirche Velbert-West statt.
Demenz ist auf dem Weg zur Volkskrankheit. Experten warnen: Bis 2050 werde sich die Anzahl der Demenzkranken verdoppeln. Eine gesellschaftliche Herausforderung, der nicht nur das Gesundheitssystem bisher kaum gewachsen scheint. Demenz ist bisher nicht heilbar und so gilt Vorbeugung als einzige Alternative. Wie diese jedoch genau aussehen soll, können uns bislang auch die Experten nicht wirklich verraten.
Was ist Demenz?
Frau vom Hoff näherte sich thematisch behutsam dieser Fragestellung und erläuterte dies in ihrem Vortrag wie folgt:
"Demenz und Alzheimer sind nicht dasselbe. Unter Demenz versteht man ein Muster von Symptomen, das viele verschiedene Ursache haben kann. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste dieser Ursachen. Das Hauptmerkmal der Demenz ist eine Verschlechterung von mehreren geistigen (kognitiven) Fähigkeiten im Vergleich zum früheren Zustand. Die Symptome einer Demenz können ein sehr unterschiedliches Muster aufweisen. Ihr Ausprägungsgrad reicht von geringen Veränderungen bis zum völligen Verlust der Selbstständigkeit."
Quelle: Auszug aus dem Ratgeber für Angehörige und Profis - Demenz. Das Wichtigste.
Herausgeber: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. / www.deutsche-alzheimer.de
Wie geht man mit Demenz um?
Früher stand die Demenz-Erkrankung noch nicht so im Fokus wie heute. Die Symptome der Erkrankung wurden landläufig mit dem Alterungsprozess des Menschen in Verbindung gebracht, aber nicht mit Demenz. Außerdem werden die Menschen heute deutlich älter als vor 50 Jahren. Heute lässt sich Demenz durch fachärztliche Untersuchung sehr schnell diagnostizieren. Die Betroffenen müssen sich mit dieser Erkrankung arrangieren. Zu Beginn der Erkrankung nehmen sie die Einschränkungen noch wahr. Diese Wahrnehmung geht mit fortschreitender Erkrankung verloren. Ein offener Umgang mit der Demenz-Diagnose wirkt sich auf Angehörige und Betroffene in der Regel positiv aus. Trotzdem ist diese Diagnose häufig noch ein Tabu-Thema. Der schleichende Verlust der Selbstständigkeit beim Betroffenen verunsichert und schockt die Umgebung bzw. Familie. Jetzt ist viel Verständnis vom unmittelbaren Umfeld (Familie) gefordert. Mit zunehmender Demenz kann eine häusliche Betreuung auch zur Überforderung des familiären Umfeldes führen.
Das Fazit
Frau vom Hoff zog abschließend folgendes ernüchterndes Resümee: Auch wenn wir in der Wissenschaft stetig Fortschritte erzielen, müssen wir aktuell schlicht und einfach bekennen. Demenz ist bisher nicht heilbar und so gilt Vorbeugung als einzige Alternative.
Vorsteher Karsten Lemke bedankte sich nach dem interessanten Vortrag sehr herzlich bei Frau vom Hoff und wünschte ihr eine gute zweite Veranstaltung am Mittwoch.
Frau Michaela vom Hoff, Dozentin im Gesundheitswesen
4. Mai 2022
Text:
Reiner Krempf
Fotos:
Reiner Krempf
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