(25.04.2021) Velbert. Seit einigen Monaten können die Mitglieder der Gemeinde Velbert-West Live-Gottesdienste aus ihrer eigenen Gemeinde über YouTube empfangen.
Die Kontaktbeschränkungen im Zusammenhang mit der Corona Pandemie haben kreative Kräfte in etlichen Gemeinden geweckt. Aus der Not, dass vorübergehend keine Präsenzgottesdienste stattfinden konnten, wurde auch in Velbert-West eine Tugend gemacht. Wir wollen euch im Nachfolgenden die Entwicklung des letzten Jahres am Beispiel der Gemeinde Velbert-West skizzieren.
Wie fing es an
Mit der SAT-Übertragung eines Stammapostelgottesdienstes in die Gemeinde fing es an. In Velbert-West stellte sich im zweiten Quartal 2020 anlässlich einer SAT-Übertragung eines Stammapostel-Gottesdienstes das Problem ein, dass wir als Gemeinde nicht in der üblichen Übertragungsgemeinde Platz finden konnten. Es wurde dringend nach einer alternativen Lösung gesucht: Da zwei Amtsbrüder wegen Erkrankung einen IPTV-Zugang haben, wurde kurzerhand eine Übertragung in die Gemeinde vorgeschlagen und umgesetzt. Beamer, Laptop mit starkem Internet und Leinwand standen vor Ort zur Verfügung und die Glaubensgeschwister erlebten den ersten Übertragungsgottesdienst unseres Stammapostels in ihrer eigenen Gemeinde. So nahm die Entwicklung für weitere Überlegungen ihren Lauf.
Im März und April 2020 konnte kaum jemand voraussehen, dass wir über längere Zeit mit einer Pandemie zu kämpfen hätten, durch die Kontaktbeschränkungen unumgänglich waren und diese Auswirkungen auf die Gottesdienste nach sich zögen. Es konnten vorübergehend keine Präsenzgottesdienste mehr stattfinden; anstelle dessen wurden zentrale Videogottesdienste angeboten.
Live-Gottesdienst als Videoübertragung - wie geht das?
Technisch affine Amtsträger stellten sich fortan die Frage: “Was im Großen mit den zentralen Videogottesdiensten möglich ist, können wir dies nicht gleichermaßen aus unseren eigenen Reihen stemmen?” Es fand sich spontan eine Arbeitsgruppe zusammen, die in einem Brainstorming eruierte, welche technische Voraussetzungen man für einen Videogottesdienst braucht:
Hardware
- Router mit Sim-Karte und unbeschränkter Datenrate
Aufgrund recht günstiger Verbindungen zum Sendemast erreichen wir damit einen Downstream bis 400 Mbit und einen Upstream bis zu 200 Mbit. - Webcam (wir haben im Einsatz: Logitech Brio Stream 4K)
Samsung Note S20 5G Ultra oder Samsung Note S10 5G (Handy-Cam) - Notebook (wir haben im Einsatz: Surface pro7 oder ASUS ZenBook)
Software
- Streaming: OBS, alternativ XSPLIT (kostenpflichtig)
[hiermit werden die Kameras und die Einblendungen gesteuert] - WebCam: IRUIN [hiermit werden WebCams / HandyCams verbunden und gesteuert, wie z.B. ZOOM etc.]
- Einblendungen: mit MS Word -> Vorspann und Abspann mit MS EXCEL -> Lieder, Bibelwort, Infos….
In der Vorbereitung erstellt das Aktionsteam in YouTube einen so genannten Stream (sichtbar in der Playlist durch ein Thumbnail), an den bei der Livesetzung die Streaming-Software (z.B. OBS) die Daten ins Internet überträgt. Außerdem werden schon Bibelwort, Lieder, Dienstleiter etc. in eine Exceltabelle eingetragen, damit diese Informationen während des Gottesdienstes leicht eingeblendet werden können.
Gesagt – geplant - getan
Nach dem auch seitens der Kirchenleitung grünes Licht für örtliche Übertragungen gegeben wurde, ging es zügig an die Umsetzung einer wirklich hervorragenden Idee: Gemeindemitglieder können den Präsenzgottesdienst aus ihrer eigenen Gemeinde per Video empfangen. Nach und nach hörte man davon, dass Glaubensgeschwister, die nicht an den Präsenzgottesdiensten teilnehmen konnten, sich Endgeräte (Tablet, Laptop, neuen Fernseher) anschafften, um die Gottesdienste per Bild und Ton zu erleben.
Der Sonntagsgottesdienst per Videoübertragung beginnt für das “Sendeteam” und für das Musikteam meistens schon ab 8 Uhr. Man trifft sich in der Kirche, um alles aufzubauen, vorher noch einmal durchzutesten, um die richtigen Einstellungen zu finden. Neben dem Altar befindet sich das “Übertragungszentrum”, besetzt mit einem Akteur und mindestens 2 Endgeräten (Laptop oder Tablet). Die Hauptkamera ist am Altar positioniert, der Dienstleiter schaut gerade in die Kamera.
Bild- und Tonqualität, Ausrichten der Kameras und Absprachen über die Kameraführung werden feinjustiert und erfordern hoch konzentrierten Einsatz aller Akteure.
Nach dem Gottesdienst sind alle beteiligten Akteure dankbar und freudig, wenn die Übertragung gut funktioniert hat und positive Feedbacks aus dem Kreis der zu Hause angeschlossenen Gemeindemitglieder kommen.
Wenn Ihr, liebe Glaubensgeschwister, das auch bei Euch umsetzen wollt und Ihr noch Fragen habt, dann meldet Euch doch bei Cornelia Holz (cornelia.holz@nak-velbert-west.de). Wir freuen uns auf regen Austausch!
25. April 2021
Text:
Reiner Krempf
Fotos:
Reiner Krempf
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